
Als ich am Morgen des 24. Februar 2010 zur Arbeit fahren wollte, bemerkte ich, dass sich während einem kurzen lokalen Schauer ein farbenprächtiger Regenbogen ausbildete. Das Wetter war an diesem Morgen zuerst recht schön und es war praktisch windstill, aus Südwesten zogen aber einige Regenwolken heran und begannen den Himmel zu bedecken. Die Sonne schien zu dieser Zeit (etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang) kräftig und liess den entstehenden Regenbogen in besonders schönen Farben leuchten. Deshalb holte ich schnell meine Kamera und begann zu fotografieren. Während den Aufnahmen bemerkte ich erstaunt, dass sich ein dritter Bogen bildete, der den Sekundärbogen schnitt. Zuerst glaubte ich, mit meinen Augen sei etwas nicht in Ordnung, aber die Aufnahmen im Kameradisplay bestätigten meine Wahrnehmung.
Ich war begeistert, konnte mir vorerst aber keinen Reim darauf machen - so etwas hatte ich noch nie gesehen. Durch Nachforschungen im Internet erfuhr ich, dass es sich um eine Spiegelung handeln musste. Die Entstehung der Erscheinung war damit allerdings noch nicht geklärt, denn zwischen dem Regenbogen und mir befand sich keine mögliche Spiegelfläche. Erst viel später konnte ich das Rätsel lösen: Als Spiegelfläche wirkte der Hallwilersee, der sich gut 3 km entfernt direkt hinter meinem damaligen Beobachtungsstandort befindet. Vom Aufnahmeort kann man den See nicht sehen, weil ein Hügel dazwischen liegt, deshalb habe ich diese Möglichkeit zuerst nicht in Betracht gezogen. Sonnenstand, Sonnenhöhe, Abstand und Lage zum See passten an diesem Morgen perfekt zusammen um für wenige Augenblicke dieses seltene Phänomen entstehen zu lassen.
Daten zur Aufnahme:
Ort: Dürrenäsch, Kanton Aargau, Schweiz
Datum, Uhrzeit: 24.2.2010, 08.17 Uhr MEZ (UTC +1)
Kameradaten: Nikon D300, Sigma 10-20 mm bei 11 mm, 1/200, f 8